Und der Englel kam doch....

Engel kann man fühlen, spüren - aber sehen kann man sie oft nicht. Sie sind wie Nebeldunst und Tauperlen schmücken ihr Gewand. Zwischen Tag und Traum kommen sie, und manchmal geht ihnen ein Klingen voraus.

Dieses Klingen ist so leise, dass man sein Herz bitten muss, ganz leise zu schlagen, und den Atem bitten muss, ganz sanft zu fließen. Und wenn einem das gelingt, dann vielleicht kann man den Engel ahnen.

An diesem Abend, zwischen Tag und Traum, vernahm ich ein Klingen und ich wusste sofort, das ist das Klingen, das einem Engel vorausgeht. Und ich ahnte ihn, den Boten der Unendlichkeit, den Hauch von Ewigkeit aus dem Licht der Liebe.

Und ich hörte, ohne Worte zu vernehmen, ihn sagen:

Tief in dir ist alle Wahrheit,
alles Licht und Klarheit.

Suche länger nicht im Außen,
lass nicht länger Zweifel hausen.

Öffne dich voll Demut nur,
dann erkennst du Gottes Spur.

Gottes Ebenbild und Kind,
bist so, wie wir Engel sind.

Engel bist du einst gewesen,
einmal wirst du’s wieder sein.

So habe ich ihn gehört, aber gesehen habe ich ihn nicht.

(C) Copyright by Lieselotte Stadtfeld, Magden, im Oktober 2004