Mediale Porträtmalerei, wie kommt man dazu?



Mediale Porträtmalerei

Mediale Porträtmalerei, Öl auf Leinwand, 70 x 50 cm © by Hannes Guggenbühl

Im 2003 habe ich im Arthur Findlay College, England ein Seminar für physikalische Medialität, automatisches Zeichen und automatisches Schreiben besucht.
Seit längerer Zeit habe ich mich schon mit der Trancearbeit vertraut gemacht. So konnte ich sehr gut in diese Energie hinein gehen. Ein Vorteil, wenn man sich mit der pysikalischen Medialität befassen möchte. (Trance)
In diesem veränderten Bewusstseinszustand setzt man sich mit geschlossenen Augen auf einen Stuhl, auf den Knien ein Block Papier, die Hand mit Bleistift auf dem Papier. (genau gleich wie beim automatischen Schreiben)

In Ruhe und Stille in sich gekehrt, wartet man was da vielleicht geschehen kann.
Nun, bei mir fing es sofort an zu kritzeln, keine Ahnung was da geschehen ist und plötzlich so wie es angefangen hat war es auch wieder fertig.
Der Seminarleiter (Paul Jacobs)war ganz aufgeregt und hat mich in eine Blackbox gesperrt mit Bleistift und Papier. So sass ich in der absoluten Dunkelheit mit einem Block Papier auf den Knien und einem Bleistift in der Hand. Und es passierte wieder. Plötzlich fing meine Hand an über das Papier zu gleiten und kritzelte und kritzelte und wurde genau so jäh beendet wie vorher.
Als Paul Jacobs mich wieder aus der Blackbox heraus holte und auf meinen Block schaute, war auf dem Papier ein Porträt zu erkennen. mediale Porträtmalerei
Das war meine erste Begegnung mit der Malerei in einem veränderten Bewusstseinszustand.
Das Porträt wurde von Paul Jacobs sofort interpretiert. Ein Mitstudent hat das Bild sofort als sein Onkel erkannt, ein Mönch in der Center Burial Church von London der 1947 verstorben war.

Mit viel Elan ging ich an diese Arbeit heran und versuchte mich in der Porträtmalerei. Dies waren einfache Bleistiftzeichnungen die sich im Laufe der Jahre stark verbesserte. In vielen medialen Abenden mit Christoph Bürer zusammen und anderen Medien habe ich Verstorbene porträtiert.
Im Jahr 2014, in einer öffentlichen Demonstration, war plötzlich keine Energie mehr da und es war nur noch ein riesiges Gekritzel auf dem Papier, sonst nichts. Kein Porträt.
Das war das Ende der Arbeit in dieser Form.

Nun ich fragte mich was soll das und wie meistens kommen auch sofort andere Ideen und Inspirationen.
Ich ging in die Bibliotheken wie ich das früher immer getan hatte. Ich suchte nach Büchern über Porträtmalerei. Dabei fiel mir ein Buch in die Hände von einer russischen Künstlerin in dem die Trockenpinseltechnik beschrieben war.
Das war genau das was ich gesucht habe. Sie beschreibt eine Technik wie man auf einfache Weise wunderschöne, in allen Schattierungen Porträt malen kann.
Ich startete 2015 neu mit dieser Art Porträt von Verstorbenen und mit dem malen von Live Porträt. Damit hatte ich sehr viel Erfolg. Im Oktober 2016 kam die Inspiration nicht mehr in dieser Form zu malen sondern mit Farbe.

Das hat zu einer gravierenden Änderung in meiner Arbeitsweise geführt.
Ich hatte ja keine Ahnung vom Öl malen. Ich habe Pinsel und Farbe gekauft und versucht ein Porträt zu malen. Da ich gewohnt war mit der Trockenpinseltechnik zu arbeiten war es für mich am Anfang sehr schwierig überhaupt genügend Farbe auf die Leinwand zu bringen.
Eine Freundin und Künstlerin (Barbara Schneider), hat zu meinen Bildern gemeint: „Hannes, deine Bilder sind ja wunderschön aber die haben mit Malen überhaupt nichts zu tun. Mit Ölfarben zu malen heisst, Farbe auf die Leinwand zu bringen. Mit dem Fachausdruck auf Schweizer Deutsch "Düregmalet mues es sie!" (durch gemalt mit deckendem Farbauftrag).
Durch die liebevollen Anweisungen von Barbara habe ich dann sehr schnell begriffen wie das funktioniert. Und so hat die Malerei mit Öl Farben begonnen.

Die Malerei ist für mich ein Handwerk das es zu verstehen gilt, viel Geduld und Ausdauer erfordert. Es hat nicht nur mit meinen Begabungen und Fähigkeiten zu tun, die in meinem Wesen verankert sind, sondern mit der Hingabe Bilder und Porträt zu erschaffen die einfach schön sind. Ein langer Weg, mit viel Spass und Freude. Es fliesst einfach aus meiner Hand – respektive aus dem Pinsel, im geschehen lassen.

Wenn ich in ein Bild anfange zu malen gehe ich in einem veränderten Bewusstseinszustand, heute eine Wachtrance, in der die Bilder, die Farbmischungen etc. einfach entstehen.
Die Grundbedingung dafür ist, nicht mehr zu wollen, sondern einfach geschehen zu lassen. Den Fokus in das Bild zu setzen, ohne es visuell wahrzunehmen. Tönt kompliziert ist aber ganz einfach wenn man es verstanden hat.


Abonnieren Sie meinen Newsletter


Und ich frage mich jedes mal wenn ein Bild fertig ist, wie konnte das entstehen?

  • Ein Bild medial entstehen zu lassen?
  • Sich führen zu lassen von seiner Intuition, seinen spirituellen Wahrnehmungen? Zu spüren wie deine Hand geführt wird?
  • Sich mit einem verstorbenen Maler zu verbinden und dessen Energie und Malstil zu erkennen?

Tönt alles ein bisschen ver-rückt, nicht wahr?
Ist für mich eine ganz normal Realität geworden die auf mich wirkt. Und doch manchmal auch sehr „Unsicher“ macht, wer malt jetzt die Bilder? Ich oder einer meiner „Künstler im Jenseits“?

Da sitze ich vor der Leinwand und habe keine Idee was da auf mich zukommt. Und es fängt an zu malen und ich lass es einfach geschehen....

Eigentlich egal wie das Bild entsteht, wenn ich ein Bild von Verstorbenen im Voraus male, ohne Vorlage ohne irgend einer Ahnung wer da auf das Papier (Leinwand) kommt. Eine Person im Voraus male die live in einigen Wochen an den zeitlich vorgegebenen medialen Abend kommt, staunen alle Beteiligten wie ist das möglich.

Interessant ist, dass ich Bilder von Verstorbenen oder Menschen die live an die Demo kommen, schon gemalt habe bevor die Betreffende Person wusste, dass sie an diesem Tag (Datum und Zeit) an eine Demonstration (medialer Abend) gehen würde.
Für mich gibt es nur die Erklärung, ich kann mit meinem Bewusstsein in der Zeit vor und zurück, quer durch Raum und Zeit reisen und Geschehnisse bildlichen darstellen. Ich nehme die Person nicht wahr vor meinem geistigen Auge, ich sehe kein Bild!
Das entstandene Bild erfasse ich erst wenn ich wieder aus dem veränderten Bewusstseinszustand im Wachbewusstsein bin. Unverständlich? Ja, vielleicht.

Für wen male ich?
Gute Frage, ich male Porträt von Verstorbenen (die klar identisch sein müssen mit Fotos der Verstorbenen, ansonsten ist es für mich ein fake) für Menschen die ihren Liebsten nachtrauern, oder einfach eine Erinnerung möchten, oder... ja vieleicht einfach jemandem Freude bereiten. Finde ich gut...

Kunst – Bilder - Porträt, sind für Menschen die sich mit den dargestellten Motiven identifizieren können, das Bild nicht nur mit den Augen betrachten sondern versuchen mit ihren Gefühlen zu verstehen. Berührt werden und vielleicht dadurch die Welt aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Die reale Welt vielleicht wieder begreifen und sich nicht von der vergänglichen digitalen Welt blenden zu lassen.

Das Angebot richtet sich an alle Menschen und Altersgruppen die „Wohlbefinden als wichtig betrachten“ und der Realen und der surrealen Malerei Beachtung schenken.



Meine Malkurse Porträtmalerei


Porträtmalerei hat mit Menschen zu tun. Die Kunst in der Porträtmalerei ist nicht eine präzise Kopie von einem Foto anzufertigen. Die Kunst der Porträtmalerei besteht darin die zu malende Person in ihrer Ganzheitlichkeit zu erfassen und deren Ausdruck auf das Papier oder die Leinwand zu bringen.

Ich vermittle ihnen nicht nur die Technik (Zeichnungsmaterial) sondern vor allem wie man ein Gesicht in die richtigen Proportionen bringen kann. Wie kann man durch die eigene Intuition die Ausstrahlung der zu malende Person erfassen und bildlich darzustellen.
Herzlichen Dank

Vielleicht, eventuell, es wäre möglich, aber ganz sicher!
Hannes Guggenbühl


Geschrieben: Juli 2018
Veröffentlicht: 26.07.2018